White Star – Special Edition

Der Griff ins Firmamanet. Roland Klicks letzter großer Film erscheint vollständig restauriert als #23 der Edition Deutsche Vita. Mit meinem Begleittext. (Subkultur-Entertainment)

White Star ist eines der ganz besonderen hiesigen Kinowerke, einer dieser düster funkelnden Juwelen deutscher Filmgeschichte. Ein Lichtblick, zu abseitig, um sein Umfeld gänzlich zu erhellen, und doch zu nah, um nicht von ihm geblendet zu werden. Roland Klick, damals immer wieder despektiert trotz seiner künstlerischen Erfolge Deadlock (1970) und Supermarkt (1974), drehte bei zunehmender Erschöpfung unbeirrt weiter. Und er bekam mit Dennis Hopper einen Bruder im Geiste, der diese Außenseiterrolle nicht nur teilte, sondern in vollem Wahn und Glanz porträtierte. Dafür erhielt Klick 1984 seinen letzten Bundesfilmpreis. Doch White Star dokumentiert vielmehr jene bis dahin durchlebte Phase des immerzu Aufbegehrenden. Heraus kam Kino über (falsche) Propheten und schwer zu bündelnde Energie. Ein filmgewordener Rausch.

Der abgehalfterte und vergessene Musikmanager Kenneth Barlow (Hopper), der in seiner Blütezeit einst die Tourneen der Rolling Stones organisiert hat, will mit aller Gewalt wieder einen großen Erfolg erzielen und einen unbekannten Musiker über Nacht zum Star machen. Dazu sucht er sich den naiven und unverbrauchten Moody Mudinsky (Tarrance Robay) aus, um mit ihm den populären Punk abzulösen. An dem Jungen ist Barlow nicht interessiert, für ihn zählen nur Schlagzeilen und Gewinn. Mit Hilfe eines Handlangers organisiert er Straßenschlachten und Randale, es wird kein Mittel ausgelassen, um sein egoistisches Ziel zu erreichen. Als bei einem inszenierten Attentat auf seinen Schützling ein junges Mädchen ums Leben kommt, gerät die Situation jedoch vollkommen außer Kontrolle und die Realität schlägt unbarmherzig zurück.

Subkultur-Entertainment präsentiert White Star erstmals vollständig in 4K restauriert auf UHD und Blu-ray mit wertigem Bonusmaterial (Audiokommentar, Interview, Portrait, Kurzfilm) inklusive meines ausführlichen Essays im Begleitheft.

Edition Deutsche Vita #23